2. Fördermittelprojekt

«Treibhausgasminderung durch das Ansetzen an den Handlungsbereichen Abwasserbehandlung, Klärschlammbehandlung, Wärmeversorgung und Logistik im Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR)» 

Maßnahmen dieses Projekts laufen aktuell.


Havariedienst

0800 / 99 27 112

24. Std. Bereitschaft

Förderung &
Fördermittelumfang

Dieses Projekt wird gefördert durch das:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
und der
Nationalen Klimaschutzinitiative.


Förderkennzeichen:
03KSM0055

Bewilligungszeitraum:
01.05.2019 - 30.04.2022

Förderquote:
80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben

Treibhausgasminderung

Der ZWAR verfolgt mit der Umsetzung der Maßnahmen das Ziel, einen aktiven Beitrag zu den Klimaschutzzielen des Bundes zu leisten, die regionale Umwelt zu schützen und den Energiebedarf erheblich zu senken.

Bei der Umsetzung des Projektes werden bilanziell gegenüber dem aktuellen Ist-Zustand Einsparungen von ca. 46% der CO2 -Emissionen erreicht.

Mit den Projekten werden aufeinander aufbauende und sich ergänzende Maßnahmen verfolgt und mehrere Nebeneffekte erzielt. Das Konzept senkt den Energiebedarf für die Abwasserbehandlung erheblich, gleichzeitig werden die Ablaufwerte der Kläranlage Göhren verbessert. Die Strategien zur Energie- und Emissionsminderung basieren auf der Optimierung von Prozessen, dem Einsatz effizienter Technik und aus der Nutzung von erneuerbaren Energien.

Die einzelnen Projektmaßnahmen

Maßnahme 1: Standort Garz / Erneuerung der Belüftungsanlage

In der Kläranlage Garz erfolgt die biologische Abwasserreinigung derzeit mittels Rohrbelüfter (Lufteintrag durch eine fahrende Rohrbrücke).

Ziel dieses Vorhabens ist, die bisher zum Einsatz kommenden Rohrbelüfter durch die effizienten Plattenbelüfter zu ersetzen. Weiterhin wird die Lüftungssteuerung mit Frequenzumformer Betrieb optimiert werden.

Die Plattenbelüfter sorgen für eine flächendeckende hocheffiziente feinblasige Flächenbelüftung. Strom- und Instandhaltungskosten werden im Vergleich zur Bestandsbelüftung eingespart. Ebenfalls kann durch diese Umstellung das Tauchrührwerk eingespart werden. Dies führt zusätzlich zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs und der CO2 -Emissionen.

Insgesamt kann durch diese Maßnahme der Stromverbrauch um ca. 30.000 kWh/a und die CO2 -Emissionen um 18,8 t/a reduziert werden. 

Projektfortschritt

-        Projektstart: 01.05.2019 mit der Entwurfs-/Genehmigungs- und Ausführungsplanung
-        geplante Bauzeit: von Februar 2021 - August 2021


Maßnahme 2: Standort Göhren / Erweiterung Belebungsstraßen

Die Kläranlage Göhren ist derzeit auf 30.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Durch den Tourismus unterliegt der anfallende Abwasseranfall jedoch starken Schwankungen. Diesen unterschiedlichen Anforderungen kann die Kläranlage in ihrer derzeitigen Form, mit nur zwei Belebungsstraßen, nicht gerecht werden. Bis 2030 wird mit einem jährlichen Zuwachs in Höhe von 2% pro Jahr gerechnet.

Um dem zunehmenden Abwasseranfall gerecht zu werden, wird die Kläranlage Göhren um eine dritte Belebungsstraße, die identisch zu den zwei bestehenden Straßen ist, erweitert. In diesem Zuge werden ebenfalls zu klein dimensionierte und ineffiziente Aggregate, Pumpen und Belüfter ersetzt. 

Als weitere Maßnahme werden zwei BHKW-Module installiert, deren Strom für den Kläranlagenbetrieb dient und deren Wärme zur Trocknung des Klärschlammes genutzt wird. Die BHKW-Module werden mit Holzhackschnitzel und Grünschnitt aus der Region betrieben. Lieferanten für den Grünschnitt können Abfallwirtschaftsbetriebe, Grundstückseigentümer von Landschaftsschutzflächen oder Grünland sowie Kommunen mit Abfällen aus der Landschaftspflege sein.

Durch den Einsatz der effizienten Technik sowie der BHKW-Module können Einsparungen beim Stromverbrauch in Höhe von 3.237.040 kWh/a und bei der CO2 -Emission in Höhe von 1.877,81 t/a erzielt werden.

Projektfortschritt

-        Projektstart: 01.05.2019 mit der Entwurfs-/Genehmigungs- und Ausführungsplanung
-        geplante Bauzeit: von Oktober 2020 - April 2022
-        November 2021: Ausschreibungsverfahren sind abgeschlossen


Maßnahme 3: Standort Sagard / Erneuerung der Belüftungsanlage 

In der Kläranlage Sagard erfolgt die biologische Abwasserreinigung derzeit mittels Oberflächenbelüftern. Zusätzlich werden zur Umwälzung des Abwassers Tauchrührwerke eingesetzt.

Ziel dieses Vorhabens ist, die bisher zum Einsatz kommenden Oberflächenbelüfter in Kombination mit Tauchrührwerken durch die effizienten Plattenbelüfter zu ersetzen.

Die Plattenbelüfter sorgen für eine flächendeckende hocheffiziente feinblasige Flächenbelüftung. Strom- und Instandhaltungskosten werden im Vergleich zur Bestandsbelüftung eingespart. Ebenfalls kann durch diese Umstellung das Tauchrührwerk eingespart werden. Dies führt zusätzlich zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs und der CO2 -Emissionen.

Insgesamt kann durch diese Maßnahme der Stromverbrauch um  ca. 134.000 kWh/a und die CO2 -Emissionen um 77,73 t/a reduziert werden. 

Projektfortschritt

-        Projektstart: 01.05.2019 mit der Entwurfs-/Genehmigungs- und Ausführungsplanung
-        geplante Bauzeit: von Oktober 2019 - Mai 2021
-        Baubeginn Oktober 2019
-        Gebäude für die Gebläse wurde fertig gestellt
-        für die Belüftungssystem notwendigen Leitungen wurden verlegt
-        Leerung des 1. Belebungsbecken
-        44. KW 2020: 02.11.2020 Montage der Plattenbelüfter
-        45. KW 2020: Inbetriebnahme der Belüftung für das erste Belebungsbecken
-        46. KW 2020: Vorbereitungen für den Tausch der Belüftungsanlage Belebungsbecken 2
-        Oktober 2020 konnten die Bauarbeiten beendet werden
-        Plattenbelüfter wurden eingesetzt und in Betrieb genommen


Maßnahme 4: Standort Bergen / Errichtung Wärmetauscher und Wärmepumpe für Abwärmenutzung

Am Standort Bergen befindet sich zusätzlich zu einer Kläranlage ein Faulturm zur Vergärung des gesamten Klärschlamms, der an den Standorten des ZWAR anfällt. Im Juni 2017 wurde ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, welches mit dem produzierten Klärgas betrieben wird. Es stellt Wärme für den Faulturm und Strom für den Eigenbetrieb der Kläranlage bereit. In Kombination mit einem Rauchgas-Ofen, der die Klärschlammtrocknung über einen Thermokreis versorgt, ergibt sich unter Volllast ein Überschuss an Wärme, die bisher ungenutzt bleibt.

Im Zuge der Erweiterung des Betriebsgebäudes der Kläranlage Bergen soll dessen Wärmeversorgung durch die Nutzung der Abwärme aus der thermischen Verwertung komplett gedeckt werden. Hierzu ist es erforderlich, ein Nahwärmenetz sowie einen Wärmetauscher und eine Wärmepumpe zu errichten.

Durch diese Maßnahme kann eine Gaseinsparung in Höhe von 1.484.000 kWh/a und eine CO2 -Einsparung in Höhe von 365,08 t/a erzielt werden.

Projektfortschritt

-        Projektstart: 01.05.2019 mit der Entwurfs-/Genehmigungs- und Ausführungsplanung
-        geplante Bauzeit: von Oktober 2020 - März 2021
-        November 2021: Ausschreibungsverfahren ist abgeschlossen


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